Montag, 9. Mai 2011

Ugandische Mythen III

Torschlusspanik nach afrikanischer Zeit

Manchmal ist die ugandische Gesellschaft gnadenlos. Vor allem in Bezug auf die in Europa ja sehr verbreiteten Bedenken ob der eigenen Attraktivität und den damit verbundenen Schwierigkeiten, dem biologischen Fortpflanzungsimperativ zu folgen. Zu Deutsch: in Uganda wird Frauen die Torschlusspanik praktisch schon eingeredet, bevor sie überhaupt in die Pubertät eintreten. Ob das in Verbindung zu der hier schon erwähnten, künstlich herbeigeredeten Männerknappheit zu sehen ist, bleibt mal dahingestellt. Beschwichtigend wirkt die jedenfalls sicherlich nicht. Fakt ist daher, dass schon zwanzigjährige Frauen in Uganda aufsteigende Panikattacken niederkämpfen müssen, wenn sie auf ihren Beziehungsstatus angesprochen nicht schon ein baldige Heirat in Aussicht haben und dementsprechend die Grundlage zum Kinderkriegen geschaffen ist.
Kinder erfolgreicher ugandischer Mütter!
Die gängigen Erklärungen für diese Phänomen sind so aus westlicher Sicht natürlich komplett hirnrissig, aber sie spiegeln die Lebenswirklichkeit ugandischer Frauen relativ ungeschminkt wider. Natürlich ist die Behauptung, eine Schwangerschaft wäre ab dem dreißigsten Lebensjahr nicht mehr möglich, biologisch gesehen Unfug. Aber aus gesellschaftlicher Perspektive muss man sich vor Augen führen, dass ugandische Frauen immer noch vornehmlich in der Ehefrau- und Mutterrolle gesehen werden. Und da hat es eine attraktive Zwanzigjährige eben deutlich leichter, einen Mann zu finden, der auch gerne Mitte dreißig sein darf, als eine unabhängige Frau in den besseren, d.h. fortgeschrittenen Jahren. Denn die soll ja auch gerne noch die durchschnittlich fünfeinhalb Kinder zur Welt bringen, die eine ugandische Frau eben zu erziehen hat.
Nüchtern betrachtet gibt es natürlich mehr als genug Frauen ohne dieses Ziel und ohne die Aussicht, mit zwanzig den Mann fürs Leben gefunden zu haben, so dass das offenbar vorherrschende wie gesellschaftlich erwünschte Bild von der jugendlichen Mutter eigentlich schon komplett überholt ist. Als Kompromiss sollte es dann aber spätestens Mitte zwanzig so weit sein. Und im Gegensatz zu Deutschland, wo späte Mutterschaft zumindest für die höher gebildete Mittel- und Oberschicht praktisch unausweichlich ist, sind in Uganda kinderlose Frauen in den Dreißigern in der öffentlichen Wahrnehmung praktisch nicht vorhanden. Denn die sprichwörtliche „african time“ gibt es auch für biologische Uhren. Nur eben in umgekehrter Richtung

3 Kommentare:

  1. Deinen Fotos nach musst Du in Uganda ja ein Magnet für Kinder sein.

    NF

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  2. Die hat er alle selber gemacht.

    Martin

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  3. fragt sich,wer wirklich hinter der kamera saß und ob er uns nicht alle täuschen will...

    luise

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