Freitag, 13. Mai 2011

HIV/AIDS I

Die folgende Reihe wird sich mit HIV und AIDS auseinandersetzen. Keiner, der sich länger in Afrika aufhält, kommt um das Thema herum. Gleichwohl ist es zumindest in meinem täglichen Erleben viel weniger präsent als man eigentlich annehmen sollte. Schließlich handelt es sich dabei um eine tödliche, unheilbare Seuche, die in Kampala ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung befallen hat und sich weiterhin ausbreitet. Und das, obwohl Uganda fast ein Jahrzehnt lang als Vorzeigeland galt, was die HIV-Prävention anging. Was ist denn da passiert?

Tests

Grundschulweisheiten
Heute werden bei uns im Slum kostenlose Tests angeboten. Die werden in einem Zelt an der Straße aufgenommen und sind etwa innerhalb von fünf Minuten ausgewertet. Man wird mit Namen registriert und bekommt ein handgeschriebenes Zettelchen mit einer Nummer drauf, damit der auswertende Angestellte (ob der Arzt ist, sei mal dahingestellt) den Teststreifen auch wiederfindet. Die Auswertung erfolgt auf einer Bank hinter dem Zelt. Da sitzt man dann ganz locker mit dem Arzt zusammen, daneben noch der Typ, der die Kisten mit dem Equipment aus dem Auto getragen hat, und irgendein Halbwüchsiger, dem es in der Sonne zu warm war. Der Arzt stellt die üblichen Fragen nach Alter, letztem Test, dessen Ergebnis und letztem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Dabei wird einem, egal wie man sich in der Vergangenheit verhalten hat, schon ein bisschen mulmig. Für den Arzt scheint dieser Spannungsbogen aber wichtig zu sein, denn vor dem Höhepunkt der Veranstaltung, der Ergebnisverkündigung, wird einem nochmal ernst in die Augen geschaut. Wahrscheinlich, damit man sich auch in Zukunft nicht risikobereit verhält. Dann die Erlösung oder der Schicksalsschlag. Egal, was davon eintritt, der Epilog des Beraters geht gänzlich an einem vorüber. Was für ein Theater.

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