Montag, 11. April 2011

Warten

Beim Warten entdeckt: Kolonialismuskritisches Beweisgut
im Buspark 
Das tägliche Leben in Uganda fordert gewisse Fähigkeiten, die ausreichend zu kultivieren ich in der Heimat nicht gezwungen war. Leider, wie ich im Nachhinein sagen würde, denn mit ein bisschen mehr Training hätte ich mir dringendst notwendige Tugenden wie Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit schon viel früher angeeignet. Dann würde ich sicher nicht jedes Mal wieder zum angekündigten Beginn auf einer Konferenz, zum angegebenen Abfahrzeitpunkt am Bus oder zum vereinbarten Termin in der Stadt erscheinen. Dann würde ich nicht stundenlang den Handwerkern beim Versuch zuschauen müssen, einen Kronleuchter mithilfe eines Handbohrers und einer Rohrzange an der sechs Meter hohen Decke des Nachbarsaals zu befestigen. Dann würde ich nicht dem immer gleichen Advertisement-Talk der Straßenverkäufer lauschen müssen, die mir automatische Handyentlader, Bettwäsche für die Reise oder ihre Tochter für nur zwei Kühe verkaufen wollen. Und dann würde ich auch nicht mehr so viel Blogartikel verfassen müssen, deren Formulierung mir die unfreiwillig gewonnene Freizeit vertreibt. Aber ich arbeite dran – heute morgen kam ich vier Minuten zu spät zur Arbeit. Es geht aufwärts!

5 Kommentare:

  1. Geht wohl weiter nach zwei Wochen Pause. Sehr gut! Haste dich von uns erholt?

    Martin

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  2. Die Formulierung "zu spät" in deinem letzten Satz beweist, dass du noch ein ganzes Stück von deinem Ziel entfernt bist.

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  3. vergiss bitte nicht:letzte woche wolltest du um 17 uhr die besprechung verlassen und wann warst du bei uns?ich meine,dass es um 19:30 uhr ugandische zeit war.das war doch ein guter anfang!
    liebste grüße
    luise

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  4. Schön, dass du, Luise, hier ein bisschen rumpöbelst, wo ich das ganz vergessen habe. Der Urlaub hat dich verändert!

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  5. Auch ich bin lernfähig.Ja,so ein paar Wochen können Spuren hinterlassen.

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