| Möglicherweise ein Fall irreführender Produktvermarktung |
Egal ob Deutschland oder Uganda: allerlei mehr oder minder sinnvolle Produkte werden den ortsansässigen Mediennutzen täglich in bunten Bildern und innovativen Sprüchen nähergebracht. Natürlich nicht, um ihnen letztlich vollkommen überflüssiges Zeug anzudrehen, sondern nur, um zu informieren, auf dass man sich endlich seines dringenden Bedürfnisses nach den bisher unbekannten aber dennoch schmerzlich vermissten Waren klar werden könne. Das funktioniert offenkundig unabhängig vom kulturellen Hintergrund in beiden Ländern ziemlich gut.
Unterschiede treten aber spätestens dann zutage, wenn der so gewonnene potentielle Kunde auch tatsächlich versucht, des angepriesenen Gutes habhaft zu werden. Denn es vergeht kein Tag in Kampala, an dem ich nicht mit Werbung für Dinge überschüttet werde, die es hier gar nicht gibt. Und damit sind nicht nur die Plakate für freie und ergebnisoffene Wahlen gemeint. Sondern vielmehr die importierten T-Shirts, auf denen für Wohnmobile, Yogi-Tee, Staubsauger der Firma Miele oder Jägermeister geworben wird. Oder die Aufforderung einiger Banken, sich doch mal ein kostenfreies Konto zuzulegen, das aber für die 90 Prozent Ugander ohne regelmäßiges und versteuertes Einkommen niemals angelegt werden wird. Oder die Werbung für dauerhaft verfügbares, flächendeckendes mobiles Internet, das in 70 Prozent des Landes und an drei Tagen die Woche nicht funktioniert. Alles toller Kram, den man aber nicht bekommt. Wie soll man hier ein überzeugtes Konsumkind bleiben?
Diese tägliche Berichterstattung ist ja entzückend. ;-) Da schaff selbst ich es mal, als erster einen Kommentar zu erstellen.
AntwortenLöschenAuch hierzulande wird einem vieles angepriesen, was es in der Form garnicht gibt. Fonds mit riesiger Rendite bei höchster Sicherheit, highspeed Internet fast überall (das immer dort nicht verfügbar ist, wo man es gerade bräuchte) und natürlich Geräte, die ein Leben lang halten, wobei die Lebenszeit dann auf 24,1 Monate getrimmt ist (also die Lebenszeit einer Maus o.Ä.).
Die Werbetafel gefällt mir ausgesprochen gut! Vor allem in Verbindung mit der Umgebung.
AntwortenLöschenMartin
Ich muss wahrhaftig rätseln, wer der/die erste Kommentator/in wohl sein mag. Ich kann mich noch nicht mal für ein Geschlecht entscheiden. Zwei widerstreitende Argumente, jedes für sich genommen überzeugend, kommen mir in den Sinn:
AntwortenLöschen1. Wer das Wort "entzückend" in seinen aktiven Wortschatz übernommen hat, muss entweder weiblich oder doch zumindest sehr feminin sein. Da Martin aber schon seinen Senf dazugegeben hat, fällt die zweite Möglichkeit weg.
2. Alle mir bekannten Leserinnen dieses Blogs halt ich für emanzipiert genug, sich selbst auch als solche zu bezeichnen. Daher deutet die Bezeichnung "als erster" eindeutig auf einen Mann hin.
Zudem kenne ich niemanden, der massig Erfahrungen mit dem Nichtvorhandensein renditestarker und sicherer Fonds gemacht hätte bzw. eben nicht gemacht hat (verwirrend, nicht wahr?). Hingegen fallen mir mehrere Personen ein, die das Fehlen von schnellen Internetzugängen beklagen, während eher wenige meiner Bekanntschaften auf Anhieb Analogien zur durchschnittlichen Lebenszeit von Mäusen parat haben. Wer mag diese rätselhafte Person sein?
Schnauze!
AntwortenLöschenWeichei!
AntwortenLöschenIch tippe auf Johannes. Schreib weiter so fleißig!
AntwortenLöschenNF
Geradezu verzückend, möchte ich angesichts dieser penetrant regelmäßigen Berichterstattung über Belanglosigkeiten des ugandischen Alltags, von denen man als weiße_r Westeuropäer_in natürlich trotzdem ebenso fasziniert wie irritiert ist, die Neuausrichtung Deines Internet-Tagebuchs nennen; als Jubelnde_r sollte man schon allein deswegen häufiger hier kommentieren. Gern auch anonym, nur um Dich zu verwirren, und komplett gegendert, um Dich zu ärgern.
AntwortenLöschenNein, Johannes war das ganz sicher nicht, der benutzt keine Emoticons. Ich tippe ohne jeden triftigen Grund auf eine Frau.
AntwortenLöschen;-)
AntwortenLöschenJetzt bist du in meiner Achtungsskala gleich zwei Stufen gesunken. Nicht nur, dass du mich wider alle Wahrheit verunsichern willst, indem du wild dein Verhalten änderst, um meine Erwartungen zu torpedieren, nein, dir ist dazu auch noch jedes Mittel recht. Ein zwinkerndes Smiley, also bitte. Ich hatte mehr von dir erwartet.
AntwortenLöschenschau mal, ganz merkwürdig: ein linkshändiges emoticon:
AntwortenLöschen)-:
ich bring gern mal ein smilie; aber im grunde behagt es mir tatsächlich nicht, eine emotion auf so grobe art graphisch fast schon zu verzerren. besser ist es, man schreibt, wie man sich fühlt, in einem treffenden wort. "rofl" zum beispiel.