Samstag, 12. März 2011

Verhandlungen

Luftige Schutzkleidung ist des Bodafahrers höchstes Gut
Es wirklich zum Verzweifeln. Seit nunmehr siebeneinhalb Monaten müht man sich Tag für Tag, sich den Gepflogenheiten des Landes anzupassen. Bloß keinen Schilling zuviel ausgeben, immer verhandeln, sonst gibt dir hier niemand einen angemessenen Preis. Ob beim Tomatenkauf, der Pediküre, mit dem Tierarzt oder auf der Aussichtsplattform. Es ist immer das gleiche Spiel. Man fragt nach dem Preis, dann wird beiseitig herzhaft über das erste Angebot gelacht und dann nährt man sich dem anvisierten Ziel, welches auf Grund der irgendwie immer gleich erkannten Nichteinheimischkeit seitens des Käufers sowieso grundsätzlich höher liegt als der “echte”, d.h. niedrigst mögliche Preis, in kleineren oder größeren Schritten an. So weit, so gut. Traurig wird es eben erst, wenn man irgendwann versteht, dass es egal ist, wieviel Übung man hat, wie gut man die Landessprache beherrscht oder wie trefflich man zu argumentieren versteht. Ein bestimmtes Preisniveau werde ich nie unterschreiten. Wenn Emma mit dem Bodafahrer verhandelt, bezahlt er die Hälfte, selbst wenn ich daneben stehe (was normalerweise den Preis schon per se hebt). Ich muss es also einfach einsehen: ich werde immer nur ein relativ guter oder schlechter Feilscher bleiben. Und zwar relativ zu meiner Hautfarbe.

2 Kommentare:

  1. Achtung! Dieser Blog hat einen Lauf! Bringt es eigentlich Unglück, über so eine Rekordserie zu reden? Wird sie jetzt meinetwegen reißen?

    Martin

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  2. Ich glaube an dich,Benni!!!!
    Diese Spannung und Vorfreude auf den nächsten Tag und neue Erlebnisse ist schon verdammt hoch,da kannst du gar nicht anders...hoffe ich...

    Luise

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