| Stürzbäche schießen auf mich hinab |
Seit drei Tagen regnet es quasi ununterbrochen, die Abwassergräben an den Hauptstraßen sind überflutet und die Slums in den Tälern zwischen den Hügeln Kampalas melden landunter. Der treue Leser wird sich erinnern: vor nicht mal einer Woche wurde die Ankündigung einer gefährlich langen Trockenzeit von mir in markigen Worten als unbedeutendes Langweilerthema abgetan. Habe ich nicht recht behalten? Regen führt in Kampala regelmäßig dazu, dass das soziale Leben komplett lahmgelegt wird. Taxis und Motorräder fahren nur sehr eingeschränkt, alle Termine werden vorsorglich abgesagt und die halbe Nation wartet mit eingezogenem Kopf unter den Markisen der kleinen Läden darauf, dass die sich anbahnende Sintflut doch noch an ihnen vorüberzieht.
Vorüberziehen tue aber nur ich und zwar auf meinem Fahrrad. Den morgendlichen Platzregen nutzend und von Dvořáks Allegro con fuoco aus der Sinfonie Nr. 9 „Aus der neuen Welt“ befeuert brause ich durch die leeren Straßen und erfreue mich daran, dem immerwährenden Stau mit der Unterstützung höherer Mächte entronnen zu sein. Doch die Kälte macht selbst mir zu schaffen. Komplett durchnässt erreiche ich, dem Vater aus Goethes Erlkönig gleich, mit Mühe und Not das Haus, die vom Straßendreck und Abwasser säubernde Dusche schon vor Augen. Doch zu früh gefreut: draußen mag es zwar wie aus Kübeln schütten, zuhause jedoch gibt es mal wieder kein Wasser. Also doch irgendwie Trockenzeit. Wieder einmal belehrt mich die ugandische Wirklichkeit eines besseren.
Dann packe ich schonmal die Regenjacke ein.
AntwortenLöschenMartin
dann kann eben nur der Regen zum Duschen genutzt werden... wie auf Kletterfahrt einfach mal einen Eimer Regenwasser über den Kopf kippen.
AntwortenLöschenDafür muss man aber seinen Eimer vorsorglich in Regenwasserreichweite platziert haben, was ich nicht bedacht hatte. Es ging dann ja auch irgendwie ohne.
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