Mittwoch, 16. März 2011

Post

Unter Einsatz meiner Freiheit aufgenommen: die verbotene Zone
Wenn man in Uganda auf Post aus der fernen Heimat wartet, hilft zuhause sitzen und auf den Briefträger lauern leider gar nicht dabei, das ersehnte Schreiben endlich zu erhalten. In Uganda gibt es zwar allerlei überflüssige Dienstleistungen, von mittelalten Frauen, die die Hauptstraße im Auftrag der Stadt mit einem Handbesen fegen über den Platzanweiser an der Taxihaltestelle bis hin zum eisernen Grundsatz jedes Supermarktbesitzers, immer mehr Mitarbeiter als Kunden in seinem Laden zu haben, und sei es nur, um die Regale zu bewachen. All das ist möglich, weil Arbeitskraft in Uganda im Überfluss vorhanden und somit billig ist. Es gibt einfach zu viele Arbeitssuchende und zu wenig vernünftige Jobs, so dass es gerne passieren kann, dass die Kassiererin vorher Jura studiert hat, der Maisverkäufer mal Entwicklungshelfer war und der Tankwart gerne Shakespeare zitiert. Lieber 2000 Schilling (ca. 65 Cent) am Tag verdient als sinnlos auf der Straße rumgehangen. Doch trotz dieses wahnsinnigen Lohndumpings scheint es sich nicht zu rentieren, die Lieferung meiner Korrespondenz frei Haus zu organisieren. Dabei wäre das doch eine  wahnsinnig sinnvolle arbeitsbeschaffende Maßnahme, die nicht nur die Lebensqualität aller fleißigen Briefschreiber nachhaltig erhöhen würde, sondern auch dem wehmütigen deutschen Alternativtouristen eine Träne der Rührung in die Augen treiben würde: "Schau mal Gabriel-Hieronimus , bei denen funktionieren die öffentlichen Einrichtungen noch. So schön könnte es sein ohne den Ausverkauf und die Privatisierung unserer Kommunen und bundeseigenen Dienstleister. Ich wette, hier würde die S-Bahn pünktlich fahren!". Aber das sind ja alles nur Wunschträume. Und so pilgere ich einmal wöchentlich zum großen Hauptpostamt und kontrolliere meine Mailbox. Vielleicht sind ja endlich die ersehnten Episteln zu finden?

2 Kommentare:

  1. ist denn das Weihnachtspaket inzwischen eingetroffen?

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  2. Nein, leider nicht. Eigentlich trifft seit den Wahlen gar nichts mehr ein. Vielleicht eine eigenwillige neue Art der Kontrolle?

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