Montag, 29. November 2010

Bilderrätsel: Was mag das sein?

Fern der Heimat begegnet einem Seltsames allenthalben. Mannigfaltig sind die Wunder, die der schwarze Kontinent zu bieten hat. Auch wenn Kampala nur selten durch die erhofften fremdartigen Klänge von traditionellem Gesang, erschreckendem Löwengebrüll oder imposantem Elefantengetröte zu bestechen weiß, sondern das Ohr des meist unfreiwilligen Zuhörers stattdessen eher mit profaner Popmusik, eindringlichen Polizeisirenen oder inbrünstigen Gospelchören verwöhnt, so finden sich doch nichtsdestotrotz allerlei augenfällige und häufig auch visuell haltbar zu machende Kuriositäten, die den unwissenden Bazungu zu hause wohl allerlei Rätsel aufgeben. So wie die Folgenden zum Beispiel:

  1. Neulich im Taxi
Wozu dient laut Hersteller folgendes Federvieh?

  
a) eine ugandische Vogelscheuche
b) das Maskottchen der Ugandan Church of Life
c) ein typisches Erntedankopfer

  1. Auf freiem Feld
Was mag wohl dieses Photo zeigen?


a) die einzige FKK-Liegewiese Kampalas
b) ein durchaus herausfordernder Golfplatz
c) ein ugandisches Autokino

  1. Shopping Mall
Worum handelt es sich bei folgendem Unternehmen?

 
a) eine wenig umweltbewußte Tankstelle
b) die einzige staatliche Müllverbrennungsanlage Kampalas
c) ein brandneues Tourismusbüro

  1. Außerirdisches
Wozu dient eigentlich folgende Vorrichtung?


a) als Testaufbau der Lichtanlage für die nächste Outdoor-Technoparty im Club 5
b) als Zuchtanlage für ein Pflanze namens Rababaku
c) als Heuschreckenfalle

  1. Ugandische Kultur
Was präsentiert die junge Dame auf folgendem Bild?


a) einen Gouda aus örtlicher Herstellung
b) eine traditionelle Frischhaltefolie
c) ein bugandisches Erdnusssieb


Liebe Lesefrösche, fühlt euch also berufen an Icke in Ugandas großem Bilderrätsel teilzunehmen. 
Der Leser mit den meisten richtigen Antworten bekommt vom Verfasser eine ganz persönliche, echt ugandische Weihnachtspostkarte (soll ja bald so weit sein, hab ich gehört), so ich denn die Adresse weiß oder in Erfahrung bringen kann! 

Einfach die vermutlich richtigen Antworten mit Namen als Kommentar posten. Einsendeschluss ist der 12.12.2010. Der ugandische Rechtsweg steht jedem, dem es das wert ist, offen, nehme ich an.


Montag, 15. November 2010


Endlich mal selbst was relevantes bestimmen, wie lange haben wir darauf gewartet. Was dem mündigen Bürger in der realen Welt nur allzu oft verweigert wird, hier wird es nun Wirklichkeit. Demokratische Ideale halten ab heute Einzug in meine kleine digitale Welt und infolgedessen wird dem Leser nun die Art von partizipatorischer Gestaltungsmacht an die Hand gegeben, die er verdient. Konkret heißt das: natürlich nur in kleinem Rahmen und natürlich nicht so richtig frei, sondern mit Vorgaben (quasi die Stützräder des kleinen Wählers), aber immerhin: mit Kreuzchen, Auszählung und all dem folkloristischen Kram, der es fast echt wirken lässt. Ich lebe hier ja auch in einer fast richtigen Demokratie...

Nachdem Icke in Uganda vor wenigen Monaten die visuelle Revolution in Form von erschütterndem Bildmaterial erlebt hat, steht nun der nächste Quantensprung ins Haus. Und wie jeder Umsturz hat auch dieser Coup de blog seinen ganz eigenen Hintergrund (Stichwort: „Pfadabhängigkeit“). Doch lest selbst:

Männer, die auf Ziegen starren...

Ich hege ich schon seit geraumer Zeit einen heimlichen Traum. Bisher habe ich immer versucht, mein Sehnen diesbezüglich zu verdrängen und weiterzumachen wie bisher, doch wer mich kennt, ahnte es schon lange: ich will nicht mehr allein durchs Leben schreiten. Ich bin auf der Suche nach Verantwortung, Treue und fester Bindung. Ich will geliebt werden und meinem Leben eine Sinn geben. Ich will eine feste Partnerschaft und gesetzte Verhältnisse. In Uganda hieße das in meinem Alter: ich will heiraten. In Deutschland heißt das hingegen: ich will ein Haustier. Kann man sich gegen seine Herkunft wehren?

Ziegenkolonne
Eines der schönsten Dinge in einen Entwicklungsland ist die Fülle an coolen Haustieren, die man sich relativ problemlos zulegen kann. Während zuhause schon eine Katze beim Vermieter anzumelden ist und mindestens fünf zusätzliche Seiten voller Haftungsausschlüsse, Ruhezeiten und Garantieansprüche im Mietvertrag mit sich bringt, schert sich in Uganda kein Mensch darum, ob ich mir ein Hühnchen im Badezimmer halte, meinen Ochsen in die Auffahrt stelle oder meinen Truthahn in den Kofferraum lege. Aber all diese zugegebenermaßen nützlichen Gefährten des Menschen verblassen gegen den echten Engel der Gassen Kampalas: die Ziege.


Kühe beim Kopfball 
Die wahren Wappentiere Ugandas erfüllen mannigfaltige Aufgaben: sie regeln den Verkehr und schaffen Freiräume für ansonsten hoffnungslos unterlegene Passanten („Ziegenstreifen“), sie ersetzen, ähnlich dem Hahn auf dem Land, im städtischen Raum den Wecker (für Eingeweihte: „Morgenmeckern“, auch manch verheirateter Leser mag das kennen) und sie leben dem gestressten westlichen Modernisierungsopfern vor, wie wohl die wahre Erfüllung unseres Daseins aussehen soll. Einen Tag Ziege sein dürfen, das hieße üppig dargebotene Bananenblätter schmausen, den ganzen Tag mit den Freunden in trauter Runde abhängen und bei Langeweile die in der Nachbarschaft angesiedelten anverwandten Paarhufer zu einem Fußballmatch herausfordern. Genau so muss das Paradies für diejenigen unter uns aussehen, die ihre Bestimmung erfüllt haben. Müsste ich raten, würde ich sagen, der Himmel ist eine Weide voller Ziegen.

Gruppenkuscheln
Ist die Ziege ein Bote Gottes, geschickt, um uns verlorenen Seelen die Schönheit des einfachen Lebens vor Augen zu führen? Ich für meinen Teil denke, man kann durch die Beobachtung der Ziegen nur für die Zukunft lernen und wir sollten schon auf Erden kräftig üben, um später nicht total zu versagen. Und ist es dann nicht unsere gottgegebene Pflicht, diesen Gesandten des Himmels ihr Dasein auf Erden so erquicklich als möglich zu gestalten? Ich jedenfalls will meine eigene Ziege ins Trockene bringen und mir so meinen Platz auf den grünen Auen der Ewigkeit sichern. Zicklein Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, gib mir deinen Frieden.


Daher hat sich der vorauschauende Hirte in mir entschlossen, nun den Träumen auch Taten folgen zu lassen. Meine ureigene Ziege muss her und zwar schnell. Dazu fehlen mir im Grunde nur zwei Dinge. Zum einen braucht meine Ziege einen Stall. Das regele ich mit handwerklichem Geschick und meinen Freunden in Uganda. Zum anderen braucht meine Ziege einen Namen. Und das regelt ihr, liebe Lesefrösche, mittels der Umfrage rechts von hier, auf dass auch euch ein Anteil an der verheißungsvollen Zukunft zuteil werde.


Wer bin ich?