Ssaawa biri ez'okumakya ndya ekyenkia - Um 8 Uhr morgens frühstücke ich!
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| Herrentisch mit Priesterbild |
Ich betrete das Wohn- und Esszimmer, um mich der allmorgendlichen Nahrungsaufnahme zu widmen. Als Ehrengast meiner Familie speise ich nach gut ugandischer Sitte gewöhnlich zumindest morgens allein am großen Esstisch, der aber auch sonst nur dem Oberhaupt der Familie, Mr. ******* und seiner Frau zu Diensten ist. Alle anderen Bewohner des Grundstücks werden zum Verzehr ihrer Mahlzeiten an den Katzentisch abgeschoben. Dieser steht symbolischerweise auch in der zwei Meter tiefer gelegenen Küche, die jedoch ansonsten nur zur Erwärmung der außerhalb des Haupthauses zubereiteten Speisen dient. Die werden sonst auf dem langen Weg hin zu meinem Platz natürlich ungenießbar kalt. Als Gast darf ich im Haushalt natürlich keinen Handschlag tun, sondern muss mir antriebslos den Arsch hinterhertragen lassen. Das gelingt mir ziemlich gut, manchmal allerdings bin ich rebellisch und räume den Tisch ab, wenn gerade keiner hinsieht. Schlimm!
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| Ein überreiches Mahl |
Frühstück in meiner Gastfamilie besteht grundlegend immer aus schön süßem Brot („ebigaati“) mit Magarine der Marke „Blue Band“ und afrikanischem, d.h. bereits mit Milch aufgegossenen Tee („caayi). Je nach Versorgungssituation kommen dann noch geschnittene Ananas („ennannasi nsalasala“), Papaya („hab ich vergessen“), gekochte Eier aus eigener Zucht („amagi amafumba“) oder selbige zu Omelett verarbeitet („amagi amasiike“) hinzu. Zur Sicherheit ist das ganze schön unter einem Fliegennetz drapiert, damit auch ja kein Ungeziefer an das gelegentlich von Ameisen zum Vorratskeller umfunktionierte Brot gelangen kann. Guten Appetit!
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| Kontaminiertes Brot? |
Ssaawa biri ne ddikik'assatu ez'okumakya ntera kugenda ku CLC kusoma oluganda - Um 8:30 Uhr morgens gehe ich gewöhnlich ins CLC, um Luganda zu lernen!
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| Namasuba wie es leibt und lebt |
Ich verlasse mein vorübergehendes Heim in Richtung Bunamwaya „City Language Centre“ (unter uns hippen Freunden eingängiger Abkürzungen auch nur CLC genannt). Der Name ist aber hier leider nicht Programm, denn weder „City“ noch „Centre“ sind angemessene Bezeichnungen für die vorzufindenden Gegebenheiten. Die Metropole Bunamwaya zeichnet sich vor allem durch ihre nichtssagende Verschlafenheit gepaart mit dörflicher Langeweile aus, während das vermeintliche Centre auf Grund von Ausstattung und Lage daheim bestenfalls als Umkleidekabine oder Geräteschuppen dienen würde. Ich sehe ja ein, dass „Volkshochschulkurs Luganda im Vereinslokal Bunamwaya Kuhdorf“ irgendwie wenig geschäftsfördernd klingt, aber es wäre doch schon näher an der Wahrheit.
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| Ein bisschen Abenteuerurlaub |
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| Hier geht's nach Bunamwaya |
Mein Schulweg vermittelt eigentlich einen wunderbaren Eindruck ugandischer Lebenswirklichkeit: rote Erde, herumstreunende Tiere und jede Menge Kinder säumen den Pfad hin zum Ort meiner täglichen Beschäftigungstherapie. Dabei steht zunächst ein kleiner Gang durch Namasuba Down-Town an, bevor ich die gediegene Großstadtatmosphäre verlassen muss und den Schleichweg Richtung Bunamwaya einschlage: eine Wasserstelle, zwei Brücken und einen Fußballplatz später führt er mich entlang der dem aufmerksamen Leser bereits bekannten Kosmetikfabrik der Firma „Mov**“, deren unverzichtbare Errungenschaften ganz Ostafrika bzw. seine Bewohner ansehnlicher machen. Zudem hat man sich auch der Landschaftspflege verschrieben und taucht die nahegelegenen Bäche unter dem Motto "Unser Dorf soll schöner werden" mittels eigens dafür herangeschaffter Abwässer in herbstlich neonbunte Farben, so dass es eine wahre Pracht ist, dieses Naturschauspiel zu bewundern. Photos darf man aber verständlicherweise davon nicht machen, da werden die örtlichen Wachmannschaften ganz schnell böse. Auch zukünftige Besucher sollen sich ja von diesem Dienst an der Gemeinschaft noch überrascht zeigen können.
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| Rote Wege, rote Türme |
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| Move it! |
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| Schul- und Lernknast Bunamwaya | |
Schließlich führt mich dieser Pfad der Tugend dann doch endlich auf die Hauptstraße zwischen Zana und Nyanama und ich kann mich wieder der Begutachtung der einheimischen Kleiderordnung widmen. Wenn ich dann am Horizont das CLC erspähe, die einladenden Gitter vor den Fenstern erkenne und die schon geöffnete Pforte zu neuen Weisheiten sehen kann, dann weiß ich, es ist geschafft: ein halbstündiger Fußmarsch liegt hinter mir, ein spannender Schultag vor mir. Ob sich das gelohnt hat, erfahrt ihr im nächsten Bericht.
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| Was uns verbindet... |
So, hab die anderen Bilder auch bearbeitet, man kann jetzt auch in älteren Posts alles ganz groß sehen. Einfach draufklicken - fertig!
AntwortenLöschenWie immer gerne gelesen!
AntwortenLöschenMartin
Bulungi!
AntwortenLöschenOlyotya? Osibye otya?
Yalirana ko ku muntu alina katuba?
Yalirana ko ku muntu alina olukusense?
Adukana?
nze okuba ne "emu" omulimu kati...Asesema?...Weewawo!!!
Weraba
Gyendi!
AntwortenLöschenOkozesessa http://www.tobias-schwarz.net/uganda/luganda.html ne http://www.gandaancestry.com/dictionary/dictionary.php?
Haha, njagala ekigendererewa kyange.
Sirina katuba ne olukusense.
Nnina adukana bwe nsoma luganda bwange.
"nze okuba ne "emu" omulimu kati" -> siteggede!
nze = I
okuba = to be
ne = and/with
emu = one
omulimu = job
kati = now
-> Oli ne mulimu kati? (You are at work right now?)
-> Olina mulimu mupya? (You have a new job?)
Olina mulimu kati? Okola ki?
hast du schonmal geschaut was passiert wenn man "siteggede" googelt? das Wörterbuch kann leider nur in richtung luganda übersetzen, wie du sicher weißt. hab also keinen plan was du da schreibst.
AntwortenLöschenund letzte übersetzung ist richtig.
weraba
Lieber Matze,
AntwortenLöschenna gut, weil dein Luganda wohl doch nicht mehr ganz auf dem neusten Stand ist, hier eine Exklusivübersetzung, damit du und alle anderen Leser nicht ganz dumm sterben müssen. Am besten liefere ich gleich mal eine Übersetzung deines Beitrags mit.
Du schreibst:
"Bulungi!"
-> "Gut/schön", kann man aber nur zu Personen sagen oder als antwort auf deine folgende Begrüßungen.
"Olyotya?"
-> "Wie geht's?"
"Osibye otya?"
-> "Wie war dein Tag?" Kann aber nur nachmittags verwenden, d.h. nach 12 Uhr. Da hast du aber Glück gehabt.
"Yalirana ko ku muntu alina katuba?"
-> "Jemals mit einer Person zu tun gehabt, die Tuberkulose habt?" Die Übersetzung ist nicht ganz wortgetreu, aber ziemlich genau das ist gemeint. Niemand benutzt so geschwollenes Luganda...
"Yalirana ko ku muntu alina olukusense?"
-> "Jemals mit einer Person zu tun gehabt, die Masern hat?"
"Adukana?"
-> "Durchfall?"
"nze okuba ne "emu" omulimu kati..."
-> "Ich jetzt zu sein mit "einer" Arbeit..." jeder weitere Kommentar überflüssig, denke ich.
"Asesema?..."
-> "Übergibt er sich?"
"Weewawo!!!"
-> "Ja, mach ich!!!" Du magst also deine neue Arbeit nicht, soviel ist mir jetzt schon klar.
"Weraba"
-> "Tschö!"
Das antworte ich:
"Gyendi"
-> Ist eine der möglichen Antworten auf deine Begrüßungsformeln "Olyotya?" bzw. "Osibye otya?". Dein "Bulungi" ginge auch. Wenn es aber, wie ich annehme, eigentlich ungefähr soviel heißen soll wie "schöner Beitrag!" müsstest du "kilungi!" sagen.
"Okozesessa http://www.tobias-schwarz.net/uganda/luganda.html ne http://www.gandaancestry.com/dictionary/dictionary.php?"
-> Heißt übersetzt: "Hast du "http://www.tobias-schwarz.net/uganda/luganda.html" und "http://www.gandaancestry.com/dictionary/dictionary.php"
verwendet?"
"Haha, njagala ekigendererewa kyange."
-> "Haha, ich mag dein Interesse."
"Sirina katuba ne olukusense."
-> "Ich habe keine Tuberkulose und keine Masern."
"Nnina adukana bwe nsoma luganda bwange."
-> "Ich habe Durchfall, wenn ich dein Luganda lese."
"Siteggede"
-> "Hab ich nicht verstanden"
Dein Satz ist halt ziemlich falsch, weil man auch im Lugandischen Verben (okuba ist ein Infinitiv) konjugiert. Ich hab dir ja zwei möglische Interpretationen deines deutsch-lugandischen Satzes mit jeweils korrektem Luganda hingeschrieben.
"Oli ne mulimu kati"
-> "Du bist gerade bei der Arbeit"
"Olina mulimu mupya"
-> "Du hast eine neue Arbeitsstelle"
Wie auch immer, mir war klar, du hast jetzt irgendeinen Job, deshalb meine folgenden Fragen:
"Olina mulimu kati?"
-> "Du hast jetzt Arbeit?"
"Okola ki?"
-> "Was arbeitest du denn?"
So, jetzt dürfte ja allen alles klar sein, nehme ich mal an. Machet jut!
hui,bis auf die rote erde erinnern mich deine eindruecke sehr an damals.
AntwortenLöschender kleine laden auf deinem letzten bild sieht wirklich ganz genauso aus,oder?aber ich wette,dass dich sicher auch einiges an die philippinen erinnert,oder?
drueck dich
Luise
zu viele "oders"...
AntwortenLöschenHmm, das mit dem Lugandawörterbuch läuft offensichtlich noch nicht ganz reibungslos...eher wie bei Schlacke...
AntwortenLöschenUnd ja ich habe die beiden Quellen verwendet!
ich wollte mit "okuba ne" "have" ausdrücken. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass das dazugehörige "to" nicht vor, sondern hinter "have" steht, was den Sinn natürlich geringfügig entzerrt.
Warum Job bei dir jetzt "mulimu" und nicht "omulimu" ist verstehe ich allerdings nicht. Oder hast du schon den bei dir gängigen Slang angenommen?
Jedenfalls trifft es deine zweite Interpretation hervorragend. Für deine erste hab ich keine Zeit!
So, neuer Versuch:
Wegendereze, Kisoboka!
Ndi Musuubuzi. Naye mu mazima ndi Muwandiisi.
Oluvanyuma era. Nkooye!
Otegeera?
Sitegeera!
Sula bulungi!
ps: google doch mal "Siteggede" und klick auf den Link.
AntwortenLöschenSo lieber Matt,
AntwortenLöschenich hatte ein bisschen zu tun, deshalb hatte ich ganz vergessen, dir zu antworten. Dein Luganda ist ja schon viel besser geworden. Siehst du, wieviel so ein bisschen Praxis ausmacht. Da kann sich Johannes mal ne scheibe von abschneiden, der vernachlässigt das ja ganz schön. Du bist jetzt also Verkäufer/Sekretär. Wo denn genau?
Wann spielt ihr eigentlich mal wieder? Scheint, dass da ohne mich gar nichts funktioniert, was?
Gruß von Mir