Montag, 13. September 2010

In regionaler Ausführung
Entgegen den bisherigen Unkenrufen ist dieses Blog total lebendig und wahnsinnig informativ. Jetzt endlich auch in Farbe und voller nichtssagender Bilder: der versprochene zweite Teil der Trilogie! Wie jeder zweite Teil einer Triologie ist auch dieser hier ein echter (Durch-)Hänger. Also unbedingt dranbleiben!

Montag, 31. August 2010

Ein antike Müllverbrennungsanlage
Will man mit der einheimischen Bevölkerung jenseits der alltäglichen Transaktionstätigkeiten oder des obligatorischen Small-Talks über das Muzungudasein in Uganda in Kontakt kommen, bietet sich ein Besuch des örtlichen Sportplatzes an. Eingedenk dieser eigentlich global gültigen Weisheit begeben sich eines schönen Nachmittags zwei fußballbegeisterte Bazungu auf der Suche nach Spannung, Spiel und Fußballfeinkost auf den langen Marsch zum Namasuba Pitch. Vorbei an idyllischen Kosmetikfabriken, der örtlichen Müllkippe, die sich durch nichts von der übrigen Landschaft unterscheidet, und dem Local Research Center, das sich auf Fußmassagen und Hüftvergrößerungen spezialisiert hat, führt sie ein staubiger Trampelpfad hin zum Herzen des sportiven Gemeindelebens. Ihre Hoffnung auf ein unvergessliches Erlebnis sollten nicht enttäuscht werden.
Ugandische Versuchslabore
Man befindet sich bereits in den letzten Zügen der Vorbereitung auf den Höhepunkt der diesjährigen Local League. Vergesst Düsseldorf und Köln, vergesst Mainz und Wiesbaden, vergesst Villa Liba und Villa Bacho. Das Derby zwischen Bunamwaya und Namasuba treibt die erwartungsfrohen Massen aus dem Haus, um einmal mehr auf dem Fußballfeld die brennende Frage nach der regionalen Vorherrschaft zu beantworten. Während sich der FC Bunamwaya dabei aber nur der Unterstützung einer kleinen Anhängerschaft versichert sein darf, hat Namasuba pflichtgemäß beinahe das ganze, zugegebenermaßen nicht besonders große Dorf hinter sich versammelt. 
Am Einlass drängen sich die Massen
Auch unter den beiden Bazuungu sind die Präferenzen klar verteilt: in vollkommener Ignoranz des schon beim Aufwärmen offensichtlichen Klassenunterschieds zwischen beiden Teams setzt der bekannte Freiburg-Ultra ***** aka Mike seine Hoffnungen in die amateurhaften Stümper aus Bunamwaya, während der lokalpatriotische Fußballkenner ***** aka Mr. Bandit mit einem einzigen Kennerblick die Stärke seiner Heimmannschaft erkannt hat und Stein und Bein auf ihren Sieg schwört.
Namasuba Supporter
Nach nur kurzer Verzögerung, verursacht durch die zunächst unklaren Zahlungsmodalitäten für Schiedsrichter und Ligaleitung nimmt das Spiel seinen rasanten Verlauf. Die drückende Überlegenheit Namasubas scheint sich zunächst trotz gepflegten Kurzpassspiels und überwältigender Spielkontrolle nicht in Tore ummünzen zu lassen, bis nach zwanzig Minuten der erlösende Führungstreffen nach schöner Kombination über die rechte Seite fällt und die Menge kopfsteht. Augenblicke später ertönt zur Überraschung aller der Halbzeitpfiff, welcher dem zeitweise konditionell wie regelkundlich überforderten Schiedsrichtergespann Zeit zu Erholung und Gehaltszählung gibt. 
Namasuba Pep Talk
Die frenetisch feiernden Namasubaanhänger sind davon ebenso wie ihr Heimteam nicht zu beeindrucken und kaufen den überforderten Bunamwayern auch während der Pause durch perfekte Organisation von Erfrischungen den Schneid ab, während die Unterstützer letzterer schon vereinzelt den Heimweg antreten. Auch die zweite Halbzeit ändert nicht an dieser offensichtlichen Überlegenheit, so dass nach etlichen weiteren Chancen und einem weiteren Treffer Namasuba als Sieger aus dem ehrwürdigen Stadtderby hervorgeht und für das folgende Halbjahr die fußballerischen Kräfteverhältnisse zwischen beiden Orten wie zwischen den anwesenden Bazungu ins rechte Licht gerückt hat. Namasuba olé!


Bunamwaya beim Anstoß
Das Abendrot begleitet die zufriedenen Bewohner Namasubas

3 Kommentare:

  1. Hier geht´s ja jetzt wirklich richtig ab! Sehr schön!

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  2. Kalibu Mister ... benjamin! Astreine analyse!

    vielleicht solltest du jedoch erwähnen das sich der "bunnamwaya sc" zum meister 2009 der ugandischen superleague gekickt hat und gegen deinen holzfällerclub nur mit der b-mannschaft angetreten ist.

    Bunnamwaya olé!

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  3. Wampologoma ssaawa mmeka?

    Hm, vielleicht ist die ugandische "Superleague" gar nicht mal so super, wenn meine Freizeitkicker die B-Mannschaft einen Meisters in Grund und Boden spielen. Aber wir werden die ja heute noch begutachten können...

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