Montag, 27. September 2010

Ssaaw'emu ne ddikik'ana ne ttano ey'okumakya nalamusa mwami n'omukyala *******...

Ausschweifende Begrüßungsrituale sind in Uganda gang und gäbe. Unabhängig davon, ob oder wie gut und lange man sich kennt, gebietet es die Höflichkeit, allmorgendlich nicht nur nach der verbrachten Nacht zu fragen („Wasuze otyanno ssebo / nyabo?“) und die Freude über das „unerwartete“ Zusammentreffen zu bekunden („Nsanyuse okukulaba!“), sondern sich auch der Gesundheit der Familie („Abeka bali batya?“), der Eltern („Taata wo bulungi? Maama wo bulungi?"), der Freunde („Mike bulungi?“) sowie eines friedlichen Herkunftsortes („Eradde?“) zu versichern. So verbringe ich einen Teil meiner knapp bemessenen Morgenstunden mit der scheinbar endlosen Wiederholung der formelhaften Antworten („Gyendi!“ - „Nange nsanyuse okukulaba!“ - „Bali bulungi!“ - „Kitange bulungi!“ - Mwange bulungi!“ - Mike bulungi!“ - „Eradde!“) und der notwendigen Gegenfragen, die sich glücklicherweise meist auf ein „Mpozzi ggwe?“ beschränken, und in angemessenen Tonfall, d.h. üblicherweise überschwänglich bis hysterisch, zu erwidern sind. Dann wird dem auskunftsfreudigen Muzungu freundlicherweise natürlich auch für die bisher geleistete, unermüdliche Arbeit des noch jungen Tages gedankt („Weebale mirimu ssebo!“), wodurch zumindest klar ist, dass der Gegenüber sich der Anstrengungen eines derartigen Small Talks sehr wohl bewusst zu sein scheint. Was ihn aber nicht davon abhält, bei jeder sich bietenden Gelegenheit das gute Benehmen wiederum im Zuge dieser scheinbar endlosen Litanei auf die Probe zu stellen. Schließlich könnte sich ja am nächsten Morgen schon wieder ein ganz anderes Bild der eigenen Lebensumstände ergeben haben. So bringt die segensreiche Kenntnis der lugandischen Sprache gleichzeitig den Fluch der Notwendigkeit zu quasi sisyphosartiger Geduld mit sich, zumindest wenn man den damit verbundenen Austausch von persönlichen Befindlichkeiten nicht als Teil der eigenen Kultur begreift.
Bevor ich mich also zum Frühstück begeben kann, haben zumindest Mister und Misses ********, ihre jüngste Tochter, drei bis fünf Enkelsöhne, das Hausmädchen sowie eventuelle Gäste sich meines Wohlergehens versichert und nach meinen immer gleichen Plänen für den Tag (Antwort: „Njja kugenda ku CLC kusoma oluganda.“) erkundigt. In seltenen Ausnahmefällen beinhalten diese jedoch auch abendliche Kuriositäten wie Wäschewaschen („Akawungeezi njja kuyoza engoye.“), bügeln („Njja kugolola.“) oder Fußball schauen („Njja kulaba mupiira ku sportsbar ne Mike.“), die je nach Aktivität Verblüffung, Hilfsangebote oder Beileidsbekundungen nach sich ziehen. Am Ende dieses frühmorgendlichen Fragemarathons bin ich vollkommen gerädert und erinnere mich kopfschüttelnd an eine dieser offenkundig global gesehen nicht repräsentativen Studien, nach der Menschen im Durchschnitt nur 16000 Worte pro Tag sprechen. Uganda müsste demnach voll von Taubstummen, Eremiten und Mönchen mit Schweigegelübde sein, die aber leider alle woanders wohnen und meinen Weg leider praktisch niemals kreuzen. Wie schön es dann aber wohl wäre, sich der gegenseitigen Zurkenntnisnahme nur mit einem freundlichen Nicken zu versichern...

Aus deutscher Sicht eine zumindest grenzwertige Begrüßungsform

Montag, 20. September 2010

Buli lunaku ntera okusoma oluganda!

Ich gehe wieder zur Schule. Seit drei Wochen wohne ich nun in Namasuba, um der vorherrschenden Verkehrssprache Zentralugandas Herr zu werden. Dem nicht enden wollenden Strom von Besuchern dieser digitalen Publikation wird aus diesem Grund ein weiteres Schmankerl aus meinem überwältigend spannenden Leben gegeben, denn es folgt hier der erste Teil eines Tagesprotokolls meines typischen Schultags.

Ssaaw'emu ey'okumakya nzuukuka.

Hier lausche ich der Stimme Gottes...
Es ist 1:00 Uhr morgens und mein Wecker klingelt. In Uganda gehen die Uhren nämlich gänzlich anders und damit meine ich nicht die Zeitverschiebung. Wie die alten Römer beginnt für einen echten Uganda wie mich der Tag um null Uhr mit dem Sonnenaufgang. Wenn ich mich also um diese Zeit aus meinem moskitonetzbedingten Himmelbett erhebe, bin ich nicht etwa zu einer vampiresken Lebensweise übergegangen, sondern passe mich nur den örtlichen Gegebenheiten an. In diesem Fall heißt das also, die Uhr neu lesen lernen und von der eigenen Zeitrechnung sechs Stunden subtrahieren.
... und hier kommt sie her.
Erwacht bin ich aber leider schon zwei Stunden früher, denn die meinem neuen zuhause gegenüberliegende Born-again-Gemeinde hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gott praktisch unaufhörlich für seine allgegenwärtige Güte und Freigebigkeit zu danken. Weil der aber oft so schlecht hört, wurde zur Sicherheit die gefühlt lauteste Soundanlage Ugandas in einem akustisch gewöhnungsbedürftigen Backsteinbau installiert, so dass als wunderbarer Nebeneffekt auch die gesamte Nachbarschaft an den leidenschaftlichen Lobpreisungen des Herrn respektive der Verdammung aller irrgeleiteten Sünder teilhaben kann bzw. muss. 
Es ist übrigens jeden Tag Freitag
Die „World Possesors Church International“ (Internationale Kirche des Erdinhabers) hat zudem ihre einladend weiten Tore in Richtung meines kleinen Schlafzimmers geöffnet und in konsquenter Verfolgung des eingen Auftrags werden diese natürlich auch niemals geschlossen. So dringen die tiefschürfend-missionarischen Botschaften jeder Chorprobe, jeder Predigt und jeden Treffens der anonymen Alkoholiker bis in mein Schlafzimmer und ich werde jeden Tag wieder von der minderen Qualität des einheimischen Oropaximitats überzeugt. Daher liege ich also schon seit geraumer Zeit regen Geistes im Bett und versuche krampfhaft herauszufinden, wofür dieses Werkzeug des Allmächtigen mich eigentlich allmorgendlich so straft. Vielleicht bin ich auch nur zu ignorant und das sind diese Erweckungserlebnisse, von denen man im Gespräch mit überzeugten Evangelikalen und Pfingstlern immer so viel hört. Warum die einen allerdings dazu verleiten sollen, selbst Teil dieses frommen Fernmeldedienstes zu werden, bleibt mir da schleierhaft.

Ssaaw'emu ne ddikika assatu ey'okumakya naaba mubiri ne nsenya ammanyo.

Duschpforte
Schlurfenden Schrittes begebe ich mich infolgedessen aus meinem kleinen Reich in die gegenüberliegende Dusche. Deren Pforte öffnet sich allerdings nur den Eingeweihten, denn die Klinke wurde aus mir unbekannten Gründen auf selbst für ugandische Verhältnisse unübliche Weise angebracht, nämlich von einem handwerklich leider eher mäßig begabten Meister des Kopfstandes. Mit einem kräftigen Zug nach oben überwinde ich jedoch bereits seit dem zweiten Tag gekonnt dieses Hindernis und kann mich nun der Säuberung meines noch schlafesmatten Körpers widmen. In stiller Meditation angesichts der nun bevorstehenden Prozedur beobachte ich den sich mit eiskaltem, doch leider nicht kristallklarem Wasser füllenden Eimer und zähle in Gedanken schon mal ab, welches meiner Beine zuerst in den Genuss der allmorgendlichen Kneippkur kommt.
Ein echtes Einkaufsparadies
Kaum fünf Minuten später habe ich diesen eher unerfreulichen Teil des Tages hinter mich gebracht und kann mich daran machen, die Zähne mit dem letzten Rest deutscher Zahnpasta zu schrubben, der mir geblieben ist. Ich fürchte mich schon vor der nächste Woche anstehenden Umstellung auf eine der ugandischen Produkte aus dem indischen Supermarkt. Wie ich in meiner zugegebenermaßen leider etwas zu kleinen Stichprobe von zwei einheimischen Gemischen habe feststellen können, ähnelt das durchschnittliche ugandische Zahnpflegeprodukt in Konsistenz wie Geschmack einer Mischung aus Hubba-Bubba mit Apfel-Geschmack und der bekanntesten milden Bleiche ohne Chlor – Acè – nur eben wahrscheinlich doch mit Chlor und irgendwie fester. Im Ergebnis also eine blöselige Masse, die ebenso gut zum Reinigen eines Autoreifens wie zum Schuhe putzen geeignet ist. Zumindest bleibt sie in Teilen auf der Bürste kleben, damit man nicht alles im Mund verteilen muss. Das wird ein Spaß...


Ein typischer Zahnpastavertreter in seinem natürlichen Revier - dem Überlandbus nach Jinja

Montag, 13. September 2010

In regionaler Ausführung
Entgegen den bisherigen Unkenrufen ist dieses Blog total lebendig und wahnsinnig informativ. Jetzt endlich auch in Farbe und voller nichtssagender Bilder: der versprochene zweite Teil der Trilogie! Wie jeder zweite Teil einer Triologie ist auch dieser hier ein echter (Durch-)Hänger. Also unbedingt dranbleiben!

Montag, 31. August 2010

Ein antike Müllverbrennungsanlage
Will man mit der einheimischen Bevölkerung jenseits der alltäglichen Transaktionstätigkeiten oder des obligatorischen Small-Talks über das Muzungudasein in Uganda in Kontakt kommen, bietet sich ein Besuch des örtlichen Sportplatzes an. Eingedenk dieser eigentlich global gültigen Weisheit begeben sich eines schönen Nachmittags zwei fußballbegeisterte Bazungu auf der Suche nach Spannung, Spiel und Fußballfeinkost auf den langen Marsch zum Namasuba Pitch. Vorbei an idyllischen Kosmetikfabriken, der örtlichen Müllkippe, die sich durch nichts von der übrigen Landschaft unterscheidet, und dem Local Research Center, das sich auf Fußmassagen und Hüftvergrößerungen spezialisiert hat, führt sie ein staubiger Trampelpfad hin zum Herzen des sportiven Gemeindelebens. Ihre Hoffnung auf ein unvergessliches Erlebnis sollten nicht enttäuscht werden.
Ugandische Versuchslabore
Man befindet sich bereits in den letzten Zügen der Vorbereitung auf den Höhepunkt der diesjährigen Local League. Vergesst Düsseldorf und Köln, vergesst Mainz und Wiesbaden, vergesst Villa Liba und Villa Bacho. Das Derby zwischen Bunamwaya und Namasuba treibt die erwartungsfrohen Massen aus dem Haus, um einmal mehr auf dem Fußballfeld die brennende Frage nach der regionalen Vorherrschaft zu beantworten. Während sich der FC Bunamwaya dabei aber nur der Unterstützung einer kleinen Anhängerschaft versichert sein darf, hat Namasuba pflichtgemäß beinahe das ganze, zugegebenermaßen nicht besonders große Dorf hinter sich versammelt. 
Am Einlass drängen sich die Massen
Auch unter den beiden Bazuungu sind die Präferenzen klar verteilt: in vollkommener Ignoranz des schon beim Aufwärmen offensichtlichen Klassenunterschieds zwischen beiden Teams setzt der bekannte Freiburg-Ultra ***** aka Mike seine Hoffnungen in die amateurhaften Stümper aus Bunamwaya, während der lokalpatriotische Fußballkenner ***** aka Mr. Bandit mit einem einzigen Kennerblick die Stärke seiner Heimmannschaft erkannt hat und Stein und Bein auf ihren Sieg schwört.
Namasuba Supporter
Nach nur kurzer Verzögerung, verursacht durch die zunächst unklaren Zahlungsmodalitäten für Schiedsrichter und Ligaleitung nimmt das Spiel seinen rasanten Verlauf. Die drückende Überlegenheit Namasubas scheint sich zunächst trotz gepflegten Kurzpassspiels und überwältigender Spielkontrolle nicht in Tore ummünzen zu lassen, bis nach zwanzig Minuten der erlösende Führungstreffen nach schöner Kombination über die rechte Seite fällt und die Menge kopfsteht. Augenblicke später ertönt zur Überraschung aller der Halbzeitpfiff, welcher dem zeitweise konditionell wie regelkundlich überforderten Schiedsrichtergespann Zeit zu Erholung und Gehaltszählung gibt. 
Namasuba Pep Talk
Die frenetisch feiernden Namasubaanhänger sind davon ebenso wie ihr Heimteam nicht zu beeindrucken und kaufen den überforderten Bunamwayern auch während der Pause durch perfekte Organisation von Erfrischungen den Schneid ab, während die Unterstützer letzterer schon vereinzelt den Heimweg antreten. Auch die zweite Halbzeit ändert nicht an dieser offensichtlichen Überlegenheit, so dass nach etlichen weiteren Chancen und einem weiteren Treffer Namasuba als Sieger aus dem ehrwürdigen Stadtderby hervorgeht und für das folgende Halbjahr die fußballerischen Kräfteverhältnisse zwischen beiden Orten wie zwischen den anwesenden Bazungu ins rechte Licht gerückt hat. Namasuba olé!


Bunamwaya beim Anstoß
Das Abendrot begleitet die zufriedenen Bewohner Namasubas

Mittwoch, 8. September 2010

Fußball ist wie Eiskunstlauf...
wer die meisten Tore schießt, gewinnt. Hat ein kluger, ziemlich dicker Mann und bekannter Manager einer Werkself aus Nordrhein-Westfalen mal gesagt. Die Wahrheit dieser Worte lässt sich für den Unkundigen nur schwer fassen, dennoch versucht sich die kommende Trilogie genau daran: die Gründe einer global auffindbaren Leidenschaft für ein kugelförmiges Sportgerät aufzuzeigen, die auch icke in Uganda mehrfach erleben durfte.

Im kleinen Rahmen
Weil in Kampala Erstsemsterpartys der renommierten Makere University ein gesellschaftliches Muss für jeden ambitionierten Bildungsfreund darstellen, lasse auch ich es mir nicht nehmen, diesem freitagabendlichen Highlight beizuwohnen. Dabei muss mich natürlich die dreihundert Meter lange Warteschlange im Eingangsbereich kein bisschen schrecken, die von beflissenen Polizeileuten durch die obligatorische Taschen- und Ausweiskontrolle auf der Suche nach umtriebigen Attentätern und minderjährigen Spaßkonsumenten verursacht wird. Als Weißer hat man da samt Gefolge einen Freifahrtschein und wird von selbigem sowieso schnell und gekonnt durchgeschleust, solange man seine Bombe zufälligerweise zuhause vergessen hat und für alle legalen Aktivitäten alt genug scheint. Nachdem ich dann zur Freude der örtlichen Behörden noch in einem Anfall pazifistischer Gesinnung eine Schrotflinte durch Grobmotorik und mangelnde Fuß-Augen-Koordination funktionsuntüchtig gemacht habe, bin ich auch schon drin und kann mich getrost dem Treiben einer bereits um 9:00 Uhr stark alkoholisierten Menge von anwesenden Freshman und deren Begleitungen hingeben.
Für die Bildfetischisten: ein Packung echte ugandische Sportzigaretten

Nach einer kurzen Orientierungsphase ist das Objekt meiner Begierde ausgemacht: in einer Traube von schwitzenden und frenetisch jubelnden Menschen steht das, wonach ich nun schon drei Wochen ununterbrochen gesucht habe und auf dessen Existenz ich schon nicht mehr zu hoffen wagte – ein Kickertisch, alt und klapprig zwar, aber funktionstüchtig und bereit, von kundigen Händen seiner Bestimmung zugeführt zu werden: den nur erträumten fußballerischen Fähigkeiten auf dem großen Feld zumindest im kleinen Rahmen nahezukommen. Für 500 ugandische Schilling (unverschämte 15 Euro-Cent) bin ich der nächste Herausforderer und natürlich lässt es sich der Besitzer dieses herrlichen Gebrauchsgegenstands nicht nehmen, sich mir persönlich entgegenzustellen. Die erste Überraschung folgt dann aber noch vor Anpfiff, denn das vorhandene Gerät verfügt entgegen aller DIN- und ISO-Normen nur über einen Zweimannsturm, dafür wird die Abwehr auf drei Verteidiger aufgemotzt, um den Bemühungen der Angreifer Einhalt zu gebieten. Weitere unerwartete Ereignisse bleiben allerdings aus, denn entgegen meiner Befürchtungen hat man hier von kontrolliertem Kurzpassspiel noch nie etwas gehört, es wird vielmehr das dem englischen Kick'n'Rush entlehnte Gekurbel bevorzugt. Nichts für Filigrantechniker also, aber dazu zähle ich mich ja auch nicht. Eher Brechstange mit gelegentlichen Passausflügen. Das Spiel endet nach einer eher lahmen Eingewöhnungsphase und einigen meiner hingestümperten Tricks 10:1 für mich, damit bin ich nun der Herr dieses Tisches. Die Menge ist sichtlich beeindruckt und schreit nach härteren Gegnern. Wer wäre dafür besser geeignet als der erst kürzlich unter fünfhundert Teilnehmern ausgespielte Unichampion? Ehe ich weiß, wie mir geschieht, steht selbiger zusammen mit meiner Wenigkeit und dem benötigten Mobiliar mitten auf der eben noch äußerst belebten Tanzfläche. Natürlich lässt es sich der herbeigeeilte Moderator nicht nehmen, eine campusweit hörbare und jedem Marktschreier zur Ehre gereichende Ankündigung des sich anbahnenden sportlichen Highlights zu tätigen, so dass sich die uns umringende Zuschauerschar binnen kürzester Zeit vervielfacht.
Das Match beginnt, schnell liegt der Champion 2:0 in Führung und meine Abwehrreihe ist der nun notwendig gewordenen etwas robusteren Behandlung nicht mehr gewachsen und zerlegt sich in ihre Bestandteile. Die Wettquoten auf meinen Sieg sinken schlagartig und ich sehe mich schon mit gesenktem Haupt von dannen schleichen ob der zu erwartenden schmachvollen Niederlage. Doch es kommt anders: vom Siegeswillen und unbedingten Ehrgeiz übermannt reißt mein Torwart das Heft an sich, erzielt fünf Treffen in Folge und übernimmt das Kommando über jeden sich entwickelnden Angriff seiner Kameraden, was die gesamte Mannschaft zu Höchstleistungen motiviert. Unter den Augen ihrer verletzt am Spielfeldrand herumliegenden Manndeckerkameraden kombinieren sich Mittelfeld und Sturm in einen Rausch, dem der amtierende Unichampion letztlich nichts mehr entgegenzusetzen hat und mit 10:2 nach Hause geschickt wird. Das Spiel ist aus, die Menge tobt und ich mache mich an der Hand meiner Begleiter aus dem Staub, bevor der nun hysterisch kreischende Moderator meiner habhaft werden kann. Auf die lauthals angekündigte ehrenhafte Kür zum neuen Champion der Universität kann ich nämlich getrost verzichten. Mein Studentenausweis ist außerdem kürzlich abgelaufen.